Inhalt
Susanna Anna-Maria Johannes Leiche muss identifiziert werden und ausgerechnet ihr Ziehsohn Arun ist
für diese schwere Aufgabe verantwortlich. In tiefe Trauer versetzt erzählt er seiner Frau von Susanna,
wie er in ihre Obhut kam, was sie ihm bedeutete und von ihren Ehemännern, die sie überlebte.
Alle waren auf ihre Art üble Kerle und bis zu Susannas Tod ist nicht geklärt, ob sie eine schwarze Witwe ist.
Nicht einmal Arun scheint sich sicher zu sein ...
Es gibt viele Filme über die ich lese, da sehe ich Trailer und ich sage mir, das ich die unbedingt sehen will,
aber dann schaffe ich es nicht, fühle mich nie in der richtigen Stimmung oder ich vergesse es schlichtweg.
Und dann kommen diese Streifen, welche mir nicht viel sagen, die mein Interesse nicht erregen konnten und
trotzdem überkommt ich ein Kribbeln, das ich ihnen nicht lange widerstehen kann, meist sind das die
schönsten filmischen Erlebnisse, die ich dann habe. "7 Khoon Maaf" hätte ich vermutlich auf die lange Bahn
geschoben, weil ich die Thematik über eine schwarze Witwe aus anderen Produktionen kenne und sie
gehört wahrlich nicht zu meinen Favoritengeschichten. Ich hätte diesen Film trotz des Mitwirken vieler Stars,
die ich wirklich mag und von denen ich beinahe jeden Film sehe, vor mir her geschoben, wie ich es mit einigen
anderen nun schon geraume Zeit tue, aber da war dieses Kribbeln. Mein Widerstand zerbrach und die
Dvd wanderte in den Player. Was nun folgte war eine Verfilmung dieser mir eigentlich verhassten Thematik,
die Spaß macht, ja wirklich, ohne den überdrehten Humor des indischen Kino´s.
Mit Tiefe, wenn es um die Entwicklung Susanna´s geht und mit Star´s, die sich mal richtig in ihren Charakteren
austoben dürfen. Und auf die werde ich jetzt ungeniert auch alle eingehen.
Priyanka Chopra ist ja nun mittlerweile eine, neben Konkona Senn Sharma, meiner liebsten Schauspielerinnen
aus Indien, Nicht nur, das sie unverschämt schön ist, nein sie kann auch noch schauspielern.
Besonders gefallen mir ihre Ausflüge in eben diese anderen Rollen, die nichts mit einer Schönheit zu tun haben,
die einfach nur als hübsches Beiwerk in den Filmen charmant in die Kamera lächeln sollen. Sie hat den Mut
immer wieder andere Seiten von sich zu zeigen. Ihre Leistung hier zu beschreiben bedarf wenig Worte, denn
eines sollte reichen ... Fantastisch ! Bis hin zum Ende, an dem der siebte und letzte Ehemann steht, darf sie
sich in verschiedenen Facetten austoben und dabei glänzt sie. Von geheimnisvoll verführerisch bis
durchgeknallt ist alles dabei. Ihre Optik wird toll angepasst, da ihr Charakter im Film natürlich altert.
Außerdem könnte ihr in Indien eine Rolle, in der auch erotische Szenen, besonders die mit Irffan Khan
sind intensiv, vorhanden sind, einen kleinen Knick in die Karriere meißeln.
Es bleibt trotz immer moderner werdenden Kinos immer noch ein Restrisiko, wenn sich Darstellerinnen
fern ab von Every Bodys Darling bewegen.
Konkona Senn Sharma ist in einer Nebenrolle zu sehen, die klein ist, aber es wäre wohl nicht Konkona
prägte sie sich nicht ein. Sie ist in solchen Filmen zu Hause und beeindruckt selbst hier in einem so klein
gehaltenen Part. Irgendwie scheinen sie und Irffan Khan verbunden, so oft wie sie in gemeinsamen
Produktionen zu sehen sind, wenn sie auch hier keine gemeinsamen Szenen haben.
Irffan Khan als dritter Ehemann ist für diesen Charakter wohl beinahe die einzige mögliche Wahl in Indien.
Einzig Kay Kay Menon würde mir noch einfallen. Ein muslimischer Literat, der im Bett alles andere als
sanft ist, braucht einen Darsteller mit einem besonderen Charisma. Die Szenen zwischen ihm und Priyanka
gehen durch Mark und Bein.
Naseruddin Shah als ältester und sechster Ehemann ist genauso charismatisch und er gehört zu diesen
Männern, ähnlich wie Sean Connery, die selbst im Alter noch hochattraktiv wirken.
Seine Schlußszene mit Priyanka ist intensiv und zeigt beide in Höchstform.
Außerdem steuert er im übertragendem Sinne die beste Darstellung im Film bei, ohne das er es in Persona ist.
Kommen wir zu zwei Sunnyboys des indischen Kino´s, die sich hier mal richtig austoben dürfen.
John Abraham und Neil Nithin Mukesh zeigen hier Seiten von sich und das so überzeugend, das ich
dringend andere Filme mit ihnen brauche, um sie wieder "lieb" zu haben.
Neil Nithin Mukesh gibt den ersten Ehemann, einen Major, der seine Frau kontrollieren, ja regelrecht
besitzen will und sich selbst dabei unzulänglich findet, weil ihm ein Bein fehlt. Er ist dabei so widerwärtig,
das es erschreckt. Seinen Tod empfindet man als Befreiung für Susanna. Neil´s Darstellung ist stark.
Er hat eine eindrucksvolle Szene mit Priyanka, wenn sie ihre Kinderlosigkeit diskutieren.
John Abraham als Rockstar, der durch Drogensucht und Diebstahl fremder Kompositionen wieder
ganz unten landet, sieht etwas albern in manch einem Moment aus. Er zeigt sich in extrem unvorteilhaften
Szenen, die begreiflich machen, das er nicht mehr nur als Schönling wahrgenommen werden will.
Und das erreicht er ohne Probleme, vertraut mir.
Annu Kapoor, der Ehemann von dem man schon vorher weiß, das er Susanna nur anekelt, aber unter
Druck gibt sie sich ihm erst als Geliebte und später als Ehefrau hin, ist eher als kurzer Nebendarsteller da.
Seine Geschichte ist intensiv, aber schnell vorbei. Er gibt den lüsternden alten Gockel wirklich gut.
Der russische Ehemann bleibt am uninteressantesten. Ich glaube seine Geschichte ist nur eingebaut, um
die Entwicklung von Arun, Susannas Ziehkind, zu zeigen und ab wann er ahnt, das es sich auch um
Morde handeln könnte. Geschichte und Schauspieler blass, wenn auch niedlich und mit einem tollen Song.
Wir haben März 2011 und ich wage mal eine Prognose für die Preisverleihungen Anfang 2012.
Der Preis für den eindrucksvollsten Newcomer in einer männlichen Rolle geht an Vivaan Shah !
Und er hat nicht nur mich beeindruckt, auch die Kritiker sind begeistert. Außerdem hat ihn Regisseur
Vishal Bhardwaj für gleich drei andere Filme verpflichtet und hier, ich konnte es selber kaum fassen,
wird er sogar in "Dreams" Saif Ali Khan ersetzen. Statt auf einen großen Namen setzt Bhardwaj also
auf diesen talentierten Filmneuling, der allerdings in der Industrie groß geworden ist.
Talent wird nicht immer in die Wiege gelegt, aber manchmal eben doch, denn Vivaan ist Naseruddin
Shah´s erwähnter Beitrag zum Film, der die beeindruckendste Performance abliefert.
Damit will ich nicht sagen, das er alle an die Wand spielt, dem ist nicht so, aber es ist seine erste Rolle
und er prägt sich so stark ein, das jedenfalls ich gleich noch mehr mit ihm sehen wollte.
Sein Arun hält die Geschichte zusammen, er wird im Film älter muss den Spagat zwischen einem
in der Pubertät steckenden Halbstarken und später gereiften Ehemann, Vater und Arzt hinbekommen.
Nur wegen ihm allein ist dieser Film schon sehenswert ! Mit Priyanka zaubert er eine tolle Chemie
und schon deshalb freue ich mich auf Dreams, in dem sie wieder gemeinsam zu sehen sein werden.
Der Film hat Ausreißer, die ich erwähnen will. Zum einen ist ein Großfeuer schlecht inszeniert, denn die
flüchtende Person hätte lange tot sein müssen. Dann ist da Neil Nithin Mukesh, der in einer kleinen
Kampfszene zu vergessen scheint, das ihm ein ganzes Bein fehlt. Und der schwarze Panter ist natürlich
schlecht animiert, wobei ich manchmal glaube es wird absichtlich so gemacht, damit die Tierschützer
auch wirklich erkennen können, das es sich um kein Lebewesen handelt.
Der dramaturgische Aufbau funktioniert nicht ganz perfekt, aber sieht man es eher als Drama,
als denn als Thriller, dann ist es Okay.
Ein wenig mehr Tempo hätte dem Film auch gut getan. Hier wird sich ein wenig im Staraufgebot
gesuhlt. Kürzer und knackiger wäre an einigen Stellen mehr gewesen.
Trotzdem ist viel Spannung da, er ist wirklich unterhaltend und die Frage wer wohl,
habt ihr nachgezählt, der siebte und letzte Ehemann ist ....
Fazit
Ein toller, beindruckend gespielter Film, der Schauspieler zusammenbringt, die ihre Arbeit in
allen Facetten ausleben und lieben. Mit einem Jungdarsteller, der Herzen gewinnt.
Rundherum zu empfehlen und allein wegen der Darsteller werde ich ihn gewiss nicht einstauben lassen.