Nur für euch .... ;O)



Sonntag, Oktober 25

Slumdog Millionär (England 2008)

deutsche Sprache

Endlich habe ich den Mut und die Zeit aufgebracht diesen von Oscar´s überschütteten Film zu sichten.

Story
Der Film beginnt mit einer Frage :

Mumbai, 2006
Jamal Malik ist eine Frage entfernt
vom Gewinn von 20 Millionen Rupien.

Wie hat er das geschafft?

A: Er hat betrogen
B: Er hatte Glück
C: Er ist ein Genie
D: Es ist Schicksal.


Jamal Malik (Dev Patel) wird von der Polizei fesgehalten und befragt, denn er ist ein Slumdog,
der kurz davor steht "Wer wird Millionär" als erster Inder zu gewinnen.

Eine Frage trennt ihm vom Hauptgewinn von 20 Millionen Rupien.
Jamal kann dem Inspektor (Irrfan Khan) zu jeder Antwort die Geschichte seines Lebens erzählen
und damit begründen wieso er die Antwort kannte.
Er erzählt von seiner Kindheit in den Slum´s, von seinem Bruder und ihrem Kampf ums Überleben.
Und es geht um eine Freundschaft, die sich in Liebe verwandelt, den Versuch eine junge Frau
aus den Fängen eines Gangsterbosses zu retten.

Realität ... Nein Danke. Ungefähr das muß Danny Boyle beim Dreh durch den Kopf gegangen sein,
denn nie schafft er es wirklich Emotionen zu vermitteln. Alles wirkt wie ein großes Abenteuer,
das auch noch in beschönigten Bildern eines Slum´s stattfindet. Einige indische Stars haben kritisiert,
das es in Indien so nicht aussieht und sie haben recht, denn der Film schafft es nie wirklich zu schockieren
und die Probleme der Kinder werden nur angerissen, aber die Tiefe bleibt aus.
Da wird ein junges Mädchen aus der Kinderprostitution geholt und hat Spaß ?!?!
Danny Boyle malt alles zu bunt und nie wirken die Bilder düster oder zeigen das echte Leid.
Ein Beispiel :
Die drei Kinder werden eingesammelt und zu Bettelkindern gesteckt. Wenn sie dort ankommen,
leben die Kinder auf einem Hof, bekommen ausreichend zu essen und spielen lachend auf dem Gelände.
Seht euch die Szenen an und fragt euch, ob das wohl wirklich so fröhlich zugeht, wenn Kinder zum Betteln
gezwungen werden und um einen höheren Profit zu erziehlen absichtlich vekrüppelt.
Da stimmt etwas nicht in der Umsetzung !
Traurig ist es deshalb, weil der Film eine tolle Kameraführung hat und auch sonst im Handwerklichen besticht.
Die Verschmelzung aus Gegenwart und Jamal´s Leben ist toll in Szene gesetzt und der Film hatte mich innerhalb
von Sekunden für sich gewonnen, doch leider konnte er mich nicht komplett bei sich halten und nach einer
halben Stunde war ich nicht mehr gefesselt, sondern folgte dem Film aus puren Interesse wie es wohl ausgehen
mag und nicht mehr, weil er mich in den Fernsehsessel drückte und gefangen nahm.

Die Darsteller sind toll ! Vor allen Dingen Dev Patel in der Hauptrolle weiß den Zuschauer trotz emotional mäßiger
Inszinierung einzufangen. Er spielt sich ins Herz und hat eine tolle Ausstrahlung.
Auch die Kinder sind einmalig und werden toll vom Regisseur Danny Boyle geführt.
Irrfan Khan, Anil Kapoor und Freida Pinto sind nicht viel gefordert, aber in ihren seltenen Szenen einmalig.
Einzig Madhur Mittal konnte mich nicht überzeugen. Dabei hat er wohl als Jamals Bruder die tragischste und
wandlungsreiche Rolle des Films.

Die Story basiert auf dem Roman "Ruien,Rupien" und sie läßt vieles weg, was im Buch intensiv behandelt wird.
Sie täuscht vor tiefgründig auf Probleme des Landes Indien einzugehen, aber sie kratzt alles nur beiläufig an
und läßt eine tiefere Betrachtung nicht zu.

Hat der Film die Oscar´s verdient ?
Nein, denn der Film rauscht am Ziel vorbei ! Er kann nicht richtig berühren und als Unterhaltungskino ist
er zu langweilig an vielen Stellen.
Er ist aber trotzdem ist es ein "Must See" schon, weil er Preise gewonnen hat und sich jeder ein eigenes Bild machen sollte.
Die Dvd werde ich mir nicht zulegen, aber läuft er mir mal im TV über den Weg,
kann ich bestimmt nicht wieder wegschalten.
Ich habe indische Filme gesehen, die viel authentischer sind und auch wesentlich unverblümter Gewalt in Szene setzen.
Als nächstes hat sich Danny Boyle wohl mit Aamir Khan, einen der Kritiker an Slumdog, zusammengetan.
DAS könnte mit der richtigen Story dann ein einmaliger Film werden, denn die Emotionen werden durch
Aamir´s Mitwirken gewiss nicht so auf der Strecke bleiben.
Das Verhalten der am Film reich gewordenen Engländer, ein Danny Boyle, der Indien genrvt verließ,
weil die Eltern der Kid´s Geld erwarteten, damit sie die Kinder vernünftig aufziehen können, ist so unter aller
Würde, das man ihm sogar sämtliche Preise wieder aberkennen sollte, um ein Zeichen zu setzen!!!
Millionen verdienen, aber die Kid´s in den Slum´s lassen. Dann auf Druck der Presse in kleine Apartements kaufen.
Wohlgemerkt KLEINE Wohnungen. Zwei Zimmer für 8 Personen !!! Ich finde es ist eine Schweinerei !
Meine Meinung !!!

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liebe Leser waren schon hier ... Danke euch ... rosen